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Literatur zur Politischen Ökonomie
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1. Internet-Beitrag
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Referenz:
Windolf (2012): Institutionelle Eigentümer
stabile URL:
www.pol-oek.de/objekt_start.fau?prj=poloeklit&zeig=15040
Fremd-URL (ohne Gewähr):
im Mehrwert & Co Archiv als:
PDF
aus dem Mehrwert & Co. Archiv:
Verf./Hrsg./KS:
Titel:
Institutionelle Eigentümer im Finanzmarkt-Kapitalismus
Untertitel:
Vortragsmanuskript
Jahr:
2012
Quelle:
Deskribierung:
Inhalt:
"Familienunternehmer des 19. Jahrhunderts waren keine Finanzmarkt-Akteure. Sie waren Eigentümer, Unternehmer, Manager und Risikoträger. Sie standen als Produzenten, nicht als Eigentümer in Konkurrenz gegeneinander. Im ManagerKapitalismus orientierten die Kleinaktionäre sich zwar an den Aktienmärkten, ihr Einfluss auf die Unternehmen blieb aber begrenzt. Auch sie standen nicht in Konkurrenz gegeneinander. Erst im FMK sind die Eigentümer der Aktiengesellschaft zugleich zentrale Akteure auf den Finanzmärkten. Sie zwingen die Manager, sich an der Logik der Finanzmärkte zu orientieren (shareholder value). Eigentum - d.h. die Chance, die Option voice ausüben zu können - ist ein wichtiger Transfermechanismus, über den die Logik der Finanzmärkte in die Realökonomie übertragen wird.
Der shareholder value, d.h. die Maxime, den größtmöglichen Gewinn für die Aktionäre zu erwirtschaften, treibt das ökonomische System insgesamt auf ein höheres Risikoniveau. Rudolf Hilferding hat für den Kapitalismus des beginnenden 20. Jahrhunderts den Begriff des „organisierten Kapitalismus″ geprägt. Die Organisierung der Märkte und die Reduzierung der Preisschwankungen (Risiko) war ein zentrales Merkmal dieser „organisierten″ Wirtschaftsform. Die Globalisierung der Märkte und die Dominanz der Finanzmärkte über die Realökonomie haben dazu geführt, dass sich die zentralen Ordnungsinstitutionen des organisierten Kapitalismus aufgelöst haben oder geschwächt wurden (Deutschland AG, Gewerkschaften, Sozialstaat).
Die Nachkriegszeit war die Blütezeit des Managerkapitalismus. Die Koalition zwischen Managern und Gewerkschaften garantierte eine gewisse Stabilität des Systems. Diese Interessenkoalition hat sich aufgelöst. Der FMK hat bisher zwei gravierende globale Krisen produziert (Enron und subprime). Es ist zu befürchten, dass weitere Krisen folgen werden.
Anmerkung:
Die Tränen des Abschieds vom "guten Kapitalismus" sind natürlich nicht gerechtfertigt. Das Profitmotiv gilt in allen Kapitalismen, und wenn es einige für kurze Zeit besser ging, so ändert das nichts am Gesamtsystem. Aber dennoch: Vielleicht kann eine antikapitalistische Bewegung mit Durchschlagskraft erst dann entstehen, wenn auch die Illusionen sich als brüchig erwiesen haben. Und vielleicht wird der Kampf für den "guten Kapitalismus" am Ende der wirkliche Kampf um seine Überwindung sein.


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