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Literatur zur Politischen Ökonomie
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1. Aufsatz
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Referenz:
Zschocke (1987): Monopolpreis
stabile URL:
www.pol-oek.de/objekt_start.fau?prj=poloeklit&zeig=14866
Fremd-URL (ohne Gewähr):
im Mehrwert & Co Archiv als:
PDF
Verf./Hrsg./KS:
Titel:
Monopolpreis und heutige Anforderungen an die Akkumulation
in:
Jahr:
1987
Jg.:
22
H.:
3
pp.:
4-93
Deskribierung:
Inhalt:
Seit den 70er Jahren befindet sich der Kapitalismus in einer Situation zwischen Krise und Anpassung. Ein Ausdruck dafür ist, daß der Preis seine objektive Funktion, die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen zu regulieren, grundsätzlich nicht mehr erfüllt. Der monopolistische Warenpreis kann die Umverteilung von Einkommen, die für eine solche Regulierung notwendig sind, nicht mehr bewerkstelligen.
Um diese Hauptaussage der Untersuchung zu belegen, wird zunächst das Problem der Wertgrundlage der monopolistischen Marktpreise analysiert. Die logische Begründung dafür, daß diese Grundlage ein monopolistischer Marktwert ist, wird empirisch untermauert: Im verarbeitenden Gewerbe der BRD bilden sich branchenspezifische Profitraten heraus.
Gegenwärtig stellt der wissenschaftlich-technische Fortschritt besonders hohe Anforderungen an den Wandel der Zweigstrukturen und die Kapitalwanderung. Dazu notwendige Umverteilungen wurden durch Mechanismen außerhalb des Preises bewirkt. Im Maßstab des Zweiges sind dies zu einem großen Teil staatlich vermittelte Profitzu- und-abführungen, die erst nach der Preisrealisierung einsetzen und die Profitrate so verändern, daß sie den Akkumulationserfordemissen tendenziell entspricht. Auf der Ebene der Unternehmen wird Kapital innerhalb der Konzerne und zwischen ihnen im internationalen Maßstab verlagert. Diese Prozesse schließen lang anhaltende strukturelle Krisen ein.
Eine Analyse der Bildung der Preise und ihrer Dynamik erweitert die Aussagen über die Begrenztheit des Monopolpreises, heutigen Anforderungen an die Akkumulation gerecht zu werden. Kennzeichnend für die Preisbestimmung in den Konzernen ist, daß von einem Zielprofit und von Kostennormativen ausgegangen wird. Dabei werden zu erwartende Marktschwankungen von vornherein einkalkuliert. Der Preis wird unter der Annahme einer Unterauslastung der Kapazitäten festgelegt. Der gleiche Zwang, brachliegende Potentiale einzuplanen, geht von den festen Kosten aus. Mit der Marktempfindlichkeit wird auch die Funktion des Preises eingeschränkt, den Einsatz der ökonomischen Ressourcen zu steuern.
Bei der Realisierung des Preises für Waren auf etablierten Märkten werden offene Preisauseinandersetzungen in der Regel vermieden, wodurch eine wichtige Seite der Konkurrenz ausgeschaltet wird. Unter dem Schirm des gemeinsamen Preises entbrennt jedoch vor allem seit den 80er Jahren innerhalb des Kartells der Kampf um die niedrigsten Kosten und die größte Profitspanne. Über den Preis umzuverteilen, ist nur innerhalb enger Grenzen möglich, da die Geschäftspartner heute vorwiegend ebenfalls monopolistisch organisierte Kapitale sind. Aus den Beziehungen mit nichtmonopolistischen Zulieferern werden zusätzliche Profite primär nicht mehr durch Preisdiktat, sondern mittels effektivierter funktioneller Beziehungen, z.B. Logistiksysteme, erzielt.
Für die Dynamik der Preise ist typisch, daß sich die Teuerungsraten seit Beginn dieses Jahrzehnts ständig ermäßigten. Unter den längerfristig wirksamen Ursachen steht die umfassende Intensivierung des Reproduktionsprozesses im Vordergrund, die Einsparungen bei allen Kostenarten ermöglicht. Unverkennbar ist zugleich eine Tendenz zu verstärkter Einbeziehung des Preises in den Konkurrenzkampf. Dadurch wurden die Konzerne motiviert, Wege der „Nichtpreiskonkurrenz" zu beschreiten. All dies bringt die Machtstrukturen zwischen den Monopolen erneut in Bewegung, ruft unter vielfältiger Einbeziehung des imperialistischen Staates neue Koordinationsbestrebungen und Auseinandersetzungen hervor.


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