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Literatur zur Politischen Ökonomie
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Referenz:
Wiggerthale (2008): Bananen
stabile URL:
www.pol-oek.de/objekt_start.fau?prj=poloeklit&zeig=13211
Fremd-URL (ohne Gewähr):
im Mehrwert & Co Archiv als:
PDF
aus dem Mehrwert & Co. Archiv:
Verf./Hrsg./KS:
beteiligt:
Titel:
Endstation Ladentheke
Untertitel:
Einzelhandel – Macht – Einkauf: Unter welchen Bedingungen Ananas und Bananen produziert werden, die in Deutschland über die Ladentheke gehen
Ort: Verl.:
Jahr:
2008
s. Infos:
Deskribierung:
Inhalt:
Bananen und seit einigen Jahren auch Ananas gehören in Deutschland zu den beliebtesten Südfrüchten. Sie werden in großen Mengen und von großen Handelsunternehmen aus dem sonnigen Süden in den Norden verschifft und zu niedrigen Preisen in den Supermärkten verkauft. Den Preis dafür zahlen die Menschen, die mit den süßen Früchten als erste in Berührung kommen: Arbeiterinnen und Arbeiter in Costa Rica und Ecuador, die meist 12 Stunden und mehr am Tag für wenig Lohn auf Plantagen arbeiten, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Den Zugang zu Land und zu Wasser haben die Kleinproduzenten oft wegen der Ausweitung von Plantagen verloren.

Die vorliegende Studie untersucht beide Seiten dieses Handels: die Art und Weise, wie in Deutschland der Handel mit Lebensmitteln organisiert wird, sowie die Produktions- und Arbeitsbedingungen der Südfrüchte in zwei ausgewählten Ländern, Costa Rica und Ecuador. Es soll aufgezeigt werden, welchen Einfluss die großen Konzerne auf die Produktionsbedingungen haben und welche Ansatzpunkte zur Verbesserung es daher gibt. Entsprechend der Kampagne, die „saubere Kleidung″ an guten Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie misst, will diese Studie das bittere Los von Plantagenarbeiter/innen verändern helfen, damit Südfrüchte wirklich „süß″ schmecken.

Auf der Abnehmerseite wird der Einzelhandel mit Lebensmitteln von wenigen großen Unternehmen beherrscht. Bereits heute teilen sich Edeka, Rewe, Lidl, Aldi und Metro 70 Prozent dieses Marktes untereinander auf; in den nächsten fünf Jahren könnten daraus 80 Prozent werden. Besonders die Discounter mit ihrem wachstumsstarken Vertriebskonzept übernehmen immer größere Anteile dieses Marktes. Bei ihrer Wachstumsstrategie spielt die Optimierung der Lieferkette eine wichtige Rolle. Die großen Lebensmitteleinzelhändler arbeiten immer enger mit den multinationalen Konzernen zusammen, die Obst im Süden anbauen lassen und liefern. Wertschöpfungspartnerschaften von zwei bis drei Lieferanten oder Dienstleistern je Produktkategorie werden die Zukunft bestimmen. Der Einkauf von frischem Obst und Gemüse wird zunehmend zentralisiert, Warenströme werden gezielt zusammengefasst. Verträge werden direkt mit Erzeugern oder Importeuren abgeschlossen. Auch der Vertragsanbau nimmt zu. Bei den Geschäftspartnern des Lebensmitteleinzelhandels gibt es bereits einen Verdrängungswettbewerb um die besten Parzellen in den Produzentenländern.

Um ihre Marktanteile auszubauen, setzen die Lebensmitteleinzelhändler ihre Zulieferer unter Druck, damit sie die Kosten senken. Dieser Preis- und Kostendruck wird entlang der Lieferkette nach unten weitergegeben. Arbeiter/innen, die im Süden unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten, sind die Leidtragenden einer solchen Geschäftspolitik. Die Recherchen von Oxfam Deutschland zeigen, dass die großen Lebensmitteleinzelhändler für schlechte Arbeitsbedingungen von Tausenden von Arbeiter/innen in Costa Rica und Ecuador mit verantwortlich sind. In Deutschland kommt jede zweite Ananas aus Costa Rica und jede dritte Banane aus Ecuador.


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