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Literatur zur Politischen Ökonomie
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1. Aufsatz
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Referenz:
Krumbein (2009): Vom Scheitern der großen Kapitalismustheorien
stabile URL:
www.pol-oek.de/objekt_start.fau?prj=poloeklit&zeig=11695
Fremd-URL (ohne Gewähr):
im Mehrwert & Co Archiv als:
PDF
aus dem Mehrwert & Co. Archiv:
Verf./Hrsg./KS:
Titel:
Vom Scheitern der großen Kapitalismustheorien im Angesicht von Jahrhundertereignissen
in:
Jahr:
2009
H.:
4
pp.:
1-21
Deskribierung:
Inhalt:
Jahrhundertereignisse sind nicht nur durch massive Veränderungen von Realitäten gekennzeichnet - auch Denkmuster und Theorien geraten ins Wanken. So stellt die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise den Neoliberalismus als herrschende Wirtschafts- und Sozialdoktrin vor etliche Probleme; wie weit diese reichen, ist zurzeit noch nicht abzusehen. Oppositionelle linke Theoretiker hat die schwerste Krise seit 80 Jahren zu begrifflichen Neuerungen veranlasst, die allerdings in ihrer theoretischen Reichweite zu unterscheiden sind.

Auf der einen Seite kommt es zu einer Flut von Begriffsneukreationen, die die Auswüchse gegenwärtiger kapitalistischer Entwicklung brandmarken. ‚Raubtierkapitalismus′ oder ‚Casinokapitalismus′ etwa kennzeichnen durchaus treffend die Maßlosigkeit des nach immer höheren Profiten strebenden Kapitals und dessen Rücksichtslosigkeit gegenüber Mensch und Umwelt. Angesichts der primär politisch-moralischen, auf Mobilisierung gerichteten Ziele ist der analytische Anspruch dieser Propagandabegriffe verständlicherweise nicht allzu hoch.

Auf der anderen Seite werden auch umfassende Kapitalismustheorien mit hohem analytischen Anspruch von der Jahrhundertkrise tangiert. Es gilt nüchtern zu prüfen, ob linke Theorien dieser Krise gewachsen sind oder ob sie überrascht werden von Ausmaß und Folgen der Krise, mithin möglicherweise vor einem theoretischen Scherbenhaufen stehen. Die sich aufdrängenden konkreten Fragen lauten: konnten oder können linke Kapitalismustheorien die Entwicklung zur gegenwärtigen Krise erklären, sie in übergeordnete Struktur- und Formationszusammenhänge einordnen, die ökonomisch-sozialen Auswirkungen in ihren Zusammenhängen analytisch durchdringen und letztlich zu konsistenten politische Strategien gelangen? Von „großen″ Kapitalismustheorien wird also eine weit reichende analytische Kraft mit der Befähigung zu über den heutigen Tag hinausreichenden Strukturaussagen erwartet.


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